Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

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Die Idee von "Schule ohne Rassismus" wurde anlässlich des Erstarkens rechtsradikaler Parteien 1988 von SchülerInnen und JugendarbeiterInnen in Belgien entwickelt. Sie wollten auf diese Weise aktiv gegen Diskriminierung und Rassismus eintreten.

Das Projekt war so erfolgreich, dass es 1992 als "School Zonder Racisme" in den Niederlanden eingeführt wurde. 1995 führte der Verein AktionCourage e. V. das Projekt, initiiert durch das damalige Vorstandsmitglied Ralf-Erik Posselt, in Deutschland ein. Von hier aus sprang die Idee zuerst nach Österreich über und danach nach Spanien. Europaweit tragen mittlerweile mehr als 600 Schulen den Titel "SOR-SMC", davon über 500 in Deutschland (Stand: Dezember 2008).

Seit Anfang 2000 ist Sanem Kleff als Vorstandsmitglied bei AktionCourage e. V. Leiterin des Bundesprojektes. Die danach erfolgte Erweiterung des Titels in "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" soll die gesamte Bandbreite der Diskriminierungen, die es zu überwinden gilt, verdeutlichen und die aktive Rolle der Beteiligten stärker hervorheben.

Und seit dem Schuljahr 2006/2007 gehört die Realschule am Europakanal in Erlangen auch zum Netzwerk!

Für die Teilnahme an dem Projekt mussten sich mindestens 70 Prozent aller Schüler und Angestellten der Schule gegen Rassismus und für Courage aussprechen. Wir lagen weit über den 70 Prozent. Als Pate konnte der türkische Schriftsteller Habib Bektas, der in Erlangen lebt, gewonnen werden.

Was bedeutet der Titel SOR-SMC-Schule für die Realschule am Europakanal?

Wer sich zu den Zielen einer Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage bekennt, unterschreibt folgende Selbstverpflichtung:

  1. Ich werde mich dafür einsetzen, dass es zu einer zentralen Aufgabe einer Schule wird, nachhaltige und langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden.

  2. Wenn an meiner Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsam Wege finden, uns zukünftig einander zu achten.

  3. Ich setze mich dafür ein, dass an meiner Schule ein Mal pro Jahr ein Projekt zum Thema Diskriminierungen durchgeführt wird, um langfristig gegen jegliche Form von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, vorzugehen.

Was hat die Realschule am Europakanal seither in diesem Sinne getan?

Chronologie der Aktivitäten

2006/07

Aufklärungsarbeit und Sammlung der Unterschriften (durch die damalige Klasse 6a)

Aufnahme ins Netzwerk "Schule ohne Rassismus"

2007/08

Gemeinsamer Besuch der Jahrgangsstufen 9/10 des Films "Die Welle" und anschließende Aufarbeitung
Zeitzeuge Franz Rosenbach (Überlebensbericht des Sinto F. Rosenbach mit anschließender Diskussion für die 9. Jahrgangsstufe).

European Culture Run vom 28.02 – 29.02 (Virtueller Lauf nach Istanbul mit vielfältigen Aktivitäten zum Thema Türkei)

Workshop zum Thema Neonazis und ihre Erkennungssymbole (Birgit Mair)
Teilnehmer SOR-Gruppe, Erstellung von Plakaten zu typischen Stammtischparolen der Neonazis und Erarbeitung einer Gegenargumentation.

2008/09

17. Nov. Zeitzeuge Holocaustüberlebender Josef Jakubowitz und Wanderausstellung „Überlebensberichte von Josef Jakubowicz“. (Er war als Jugendlicher in verschiedene Konzentrationslager verschleppt worden)

„Kosmos BRD“ Im Rahmen der Internationalen Woche gegen Rassismus fand der Auftritt der Theatergruppe „Kosmos BRD“ am 24.03. für Klassen der 8. und 9. Jahrgangsstufen statt. Thema war die Auseinandersetzung von Afrodeutschen mit ihrem Alltag in Deutschland.

2009/10

Projekt „Acht.Acht“ am 15. und 16.10 für alle Schüler der Jahrgangsstufen 7 – 10. Schüler der 9. Jahrgangsstufe studieren ein Theaterstück zu den Machenschaften der Neonazis ein.

Projekt: „Bunt statt braun“ der Klasse 8c. Gegen braunes und rechtslastiges Gedankengut setzen SchülerInnen sichtbare Spuren auf dem Pausenhof (im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus)

Regelmäßiges Treffen der SOR-Gruppe; Thema: Mobbing an unserer Schule Erster Schritt:SchülerInnen der 9ten Jahrgangsstufe erarbeiten einen Umfragebogen zum Thema: Mobbing an unserer Schule

Zweiter Schritt: Auswertung und Erarbeitung eines Maßnahmenkatalogs (geplant für Schuljahr 2010/2011)

2010/2011

Workshop mit Radiobeitrag für (8./9. Jahrgangsstufe) Thema: Nationalsozialismus – Antisemtismus (Zusammenarbeit mit IMEDANA, dem Institut für Medien- und Projektarbeit e.V.)

In fünf Projektgruppen arbeitete die Klasse 9d unter der Anleitung von Michaela Bätz von Radio Z zum Thema Antisemitismus im Rahmen der Internationalen Woche gegen Rassismus. Am Montag, dem 21.3.2011, wurden in der Schule mit Hilfe einer multimedialen Info-CD Plakate erstellt. Die Themenbereiche waren "Holocaust", "Mauern", "Formen des Antisemitismus", "Menschen" und "Voll normal". Anschließend präsentierten sich die Gruppen gegenseitig ihre Ergebnisse, die auch Grundlage für die Arbeit am Radiobeitrag am Dienstag waren. In den Räumen von Radio Z in Nürnberg erstellten die Schüler unter fachkundiger Anleitung von Frau Bätz von Imedana e.V. und ihrer Kollegin Frau Herzog den Radiobeitrag, der am 22.3.2011 am Nachmittag gleich gesendet wurde. Wiederum in Projektgruppen eingeteilt, lernten sie die verschiedenen Arbeitsschritte der Radioarbeit bis zum fertigen Beitrag kennen. Dazu gehörte auch die Erstellung eines Covers für die CD mit dem Sendebeitrag, die alle Schüler mit nach Hause nehmen konnten. Außerdem führte eine Gruppe ein Telefoninterview mit Till Fichtner vom Ausländerbeirat der Stadt Erlangen durch, eine weitere interviewte Passanten in der Nürnberger Südstadt. Die anderen Gruppen erarbeiteten die inhaltlichen Bausteine des Beitrags. Für die Schüler war das Projekt eine interessante Erfahrung und eine tolle Bereicherung der schulischen Arbeit. Der zweittägige Workshop wurde freundlicherweise gesponsert von der Partei "Die Linke", dem Elternbeirat und dem Freundeskreis der Realschule am Europakanal.

Musikprojekt: Zeitzeugin Esther Bejarano (KZ-Überlebende) tritt zusammen mit der Kölner HipHop-Band „Microphone Mafia“ auf (im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus)

SOR-Gruppe erarbeitet Maßnahmenkatalog zum Thema Mobbing an unserer Schule