Schüler des Monats November 2015

*Was braucht man, um drei Räume abzureißen und sauber zu machen? Richtig, die Techniker der Schulband!

Am Freitag, den 16. Oktober 2015, zogen wir mit Hammer und Handschuh in die Schlacht und erklärten der alten Hausmeister-Wohnung den Krieg. Da Möbel nicht kapitulieren können, wurden sie bis zum letzten Mann dem Erdboden gleichgemacht, zerkleinert und in einem großen Container abtransportiert. Die Aktion dauerte genau von der ersten bis zur sechsten Stunde und in den Pausen wurden wir fleißig vom Greenhorn der Technik, Phillip Kastl, unterstützt.

Aber warum war denn diese Aktion überhaupt nötig? Der aktuelle Bandraum ist eher eine Abstellkammer und wird als Übungsraum für den Instrumentalunterricht genutzt. Öfters kam es auch zum Verstellen der technischen Geräte, die vorher mit viel Arbeit eingestellt wurden.

Ein großes Dankeschön geht an unseren mittlerweile nicht mehr ganz so neuen Hausmeister Herrn Haxhijaj, der die Idee zur Verlegung des Bandraums in den Keller überhaupt erst einbrachte und uns bei der Abrissaktion mit Rat, Tat und Werkzeug zur Seite stand. *

Es war nicht einfach den schulischen Alltag mit den Gegebenheiten der Flüchtlinge in unserer Turnhalle zu koordinieren. Nachdem sich dann doch spontan eine Gelegenheit ergab, ein erstes Treffen mit den syrischen Kindern zu arrangieren, erfuhren wir große Hilfe von Seiten dreier Schülerinnen, ohne deren Einsatz nichts zustande gekommen wäre. Lena Baierlacher sagte sofort ihre Hilfe für den Tag zu und versprach noch weitere Schüler zu kontaktieren. Sie startete eine Telefonaktion und erreichte so, dass auch Antonia Kagermeier und Hannah Härting eigene Pläne für diesen Nachmittag über Bord warfen und gegen 14:00 Uhr wieder den Weg in die Schule fanden. Sie richteten das Klassenzimmer her, stellten Tische zusammen und gingen gegen 14:30 Uhr in die Turnhalle um die Flüchtlingskinder abholen. Die 19 teilnehmenden Kinder wurden von den Sicherheitskräften in der Turnhalle „zusammengetrommelt“ und eine freudig erregte Kinderschar im Alter zwischen drei und dreizehn Jahren setzte sich erwartungsfroh in Bewegung Richtung Schule.

Eine Stunde lang vertieften sich die Kinder in das Malen von Mandalas und genossen sichtlich die ruhige und entspannte Atmosphäre. Es war eine Freude zu sehen, wie diese Kinder, deren Leben in so jungen Jahren schon von so viel Unruhe und Wirrnis geprägt ist, die Fähigkeit hatten, sich in das Ausmalen mit bunten Farben und ruhigen Formen zu versenken. Lena, Hannah und Antonia widmeten ihre ganze Aufmerksamkeit den Kindern, setzten sich zwischen sie und halfen ihnen beim Ausmalen, heiterten sie mit ihrem freundlichen Wesen auf. Einem weinenden Kind spendeten sie Trost, indem sie ihre Aufmerksamkeit ihm besonders widmeten und es auf den Schoß nahmen und aufmunternde Worte und Gesten parat hatten.

Schnell war die Stunde vorbei und es hieß wieder zurück in die Turnhalle. Unsere Schülerinnen begleiteten die Kinder wohlbehalten zurück und versprachen weitere Begegnungen zu begleiten.

Danken möchten wir in diesem Rahmen auch den zahlreichen Schülern unserer Schule, die ihre Unterstützung angeboten haben. Alle bei Hilfsangeboten zu integrieren, wird schwierig und kaum zu realisieren sein. Aber allein der gute Wille ist schon Unterstützung!