Kia ora – Welcome to New Zealand!

Kia ora – Welcome to New Zealand!

Es wird oft behauptet, Sprachenlernen kann mehr sein als Grammatik und Wortschatz. Dass dies wirklich so ist, konnte die Klasse 10c nun im Rahmen des Englischunterrichts hautnah erleben, indem sie ihre Englischkenntnisse zu echter Kommunikation und zum interkulturellen Austausch nutzte.
Austauschschülerin Courtney aus Wellington in Neuseeland, die schon seit zwei Monaten Gast an der Realschule am Europakanal ist, stellte uns ihre Heimat in einer liebevoll und professionell gestalteten Präsentation in allen Facetten vor.
Neben der wunderschönen und vielfältigen neuseeländischen Landschaft spielten auch die Kolonialvergangenheit und die Maori-Kultur eine große Rolle im Vortrag. Nicht nur die Tatsache, dass Courtney fließend Maori spricht, beeindruckte sehr. Auch der in einem Video vorgestellte Haka, ein ritueller Tanz der Maori, der heute noch von der neuseeländischen Rugby-Nationalmannschaft, den „All Blacks“, vor Spielen aufgeführt wird, erzeugte erstauntes Raunen im Raum. Besonders interessant waren auch die Ausführungen über traditionelles Essen, wie z. B. Pavlova, und über die neuseeländische Jugendkultur. Das hierzu gezeigte Musikvideo zum Song „Aotearoa“ – so nennen die Maori Neuseeland (es bedeutet für sie „Das Land der langen weißen Wolke“) – machte uns allen klar, welchen Einfluss kulturelle Herkunft auch auf die Popkultur der Gegenwart hat.
Courtney beantwortete anschließend im Gespräch die zahlreichen Fragen aller Schüler und teilte auch einige persönliche Dinge mit uns. Von Deutschland hat sie während ihres Aufenthalts viel gesehen – Erlangen, Nürnberg, Bamberg, Köln, Berlin… Sie hat deutsches Essen und Deutsche als freundlich und offen schätzen gelernt – und damit auch eigene Vorurteile überwunden. So waren sich schnell alle einig, dass nur das offene Zugehen auf andere und das Hinausgehen in die Welt den eigenen Horizont und die eigene interkulturelle Kompetenz erweitern können. Dennoch waren wir etwas verwundert, dass sich Courtney mit dem Gedanken trägt, einem uns so traumhaft erscheinenden Land wie Neuseeland eventuell für längere Zeit den Rücken zu kehren – auch wenn ihr Argument der Kleinräumigkeit und Begrenztheit natürlich nachvollziehbar ist.
Abschließend bedankte sich die Klasse 10c mit frenetischem Applaus und einem Gruppenbild. Eine Karte und eine Motivdose mit original Nürnberger Lebkuchen waren nicht nur Dankeschön, sondern werden vielleicht in der Zukunft auch eine nette Erinnerung an die in Deutschland verbrachte Zeit sein.
Zurück bleibt bei den meisten ein kleines bisschen Neid auf Lea, Courtneys Austauschpartnerin, die schon bald zum Gegenbesuch nach Neuseeland aufbricht und die beeindruckende Landschaft live erleben darf. Ihr wünschen wir alles Gute, unvergessliche Erlebnisse und eine sichere Heimkehr! Tangohia tiaki – Take care!

J. Stierhof
(Dank geht an Frau Schad, die ihre Deutschstunde für den Besuch zur Verfügung gestellt hat.)